lebenswerk-tochter - Mein Buch: Wunder geschehen...Auf meinem wundervollem Weg ins Glück!


Einleitung
Ich war als kleines Mädchen viel bei meinen Großeltern, denn meine Eltern waren noch sehr jung und mussten viel arbeiten. Doch ich genoss die Zeit bei meinen Großeltern, denn dort gab es viele Tiere und ich beschäftigte mich den ganzen Tag mit Hühnern, Enten, Kaninchen und Hunden. Meine größte Leidenschaft waren die Pferde. Mein Opa wollte mich immer so glücklich wie möglich machen und ging jede Woche mit mir in den Reitverein und ich bekam Reitunterricht. Ich war 5 Jahre alt, als meine Eltern sich haben scheiden lassen. Meine Mutter und ich verließen meinen Vater und zogen mit in die Wohnung, wo der neue Freund von meiner Mutter wohnte. Dann war es so weit und die Beiden heirateten und er wurde für mich wie ein richtiger Vater, da er sich sehr viel und liebevoll um mich kümmerte. Jedoch ging ich jedes dritte Wochenende zu meinem leiblichen Vater! Ich kam mit 7 Jahren in die Grundschule im Grünen in Berlin Malchow. Diese hatte einen Minibauernhof und ich war wieder voll in meinem Element und verbrachte nun jede freie Minute bei den Tieren, statt mich nach Freunden umzusehen. So kam es, das ich mich von Allen abseilte und irgendwann von den Sechstklässlern gehänselt und gemobbt worden war. Doch an diese Schule ging ich nicht mehr lange, denn meinen Eltern wurde die Wohnung zu klein und wir zogen um. Ich sollte nun in die Grundschule in Berlin Karow gehen. An meinem ersten Schultag freundete ich mich mit meinem ersten Schwarm Howard an und wir verstanden uns auf Anhieb. Es dauerte bis ich Kontakt zu den anderen Mädchen aufbauen konnte, denn sie mochten Howard nicht gern, weil er wie ich ein Außenseiter war. Howard kam oft zu mir nach Hause und wir gingen Angeln, wir kamen uns mächtig cool vor, wenn an unserer riesen Angel ein etwas größerer Stichling hing. Wir machten uns nicht viel aus Mode und anderen Unternehmungen, viel mehr machten wir uns immer wieder zum Pausenclown und wurden zum Gespött in der Klasse. Als ich in der fünften Klasse war, lernte ich ein kleines Mädchen aus der zweiten Klasse kennen. Sie hieß Kristin und ich erfuhr dass ihr Opa ein paar Ponys hatte, wo sie jeden Tag hin ging und diese pflegte. Meine Eltern erlaubten mir, das ich mich ein Mal die Woche mit um die Ponys kümmern durfte und ich hatte von dem Tag an, nichts Anderes außer Pferde im Kopf. Kristin entpuppte sich trotz des Alterunterschieds, zu meiner besten Freundin und wir Beide waren von dem Tag an unzertrennlich und Howard war abgeschrieben. Als ich 9 Jahre alt war, stand meine Mutter mit einem Babybuch vor mir und zeigte auf die Seite wo ein Embryo abgebildet war und sagte leise: „So sieht dein Geschwisterchen gerade aus!“ Ich verstand vorerst nur Bahnhof und es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass ich bald eine große Schwester sein werde. Stumm schaute ich meine Mutter an ,dann konnte ich mein Lachen nicht mehr unterdrücken und viel ihr vor Freude in die Arme und sie fing an zu weinen, streichelte mir meinen Kopf und sagte: “Ich werde dich weiterhin so lieben wie vorher, bitte denke nicht das du abgeschoben wirst, denn so ein Baby braucht die volle Aufmerksamkeit !“ Für mich war das kein Problem, ich freute mich, bald nicht mehr allein zu sein und ich wollte eine gute große Schwester sein! Im Juli 1998, kurz vor meinem zehnten Geburtstag, kam dann meine kleine Schwester Nathalie zur Welt. Ich traute mich erst gar nicht sie anzufassen, traute mich nichts zu sagen ,wusste nicht wie ich mich verhalten sollte ,ich konnte mir einfach nicht vorstellen, das dieses kleine Wesen in dem Bauch meiner Mutter war und meine kleine Schwester sein sollte. Doch als die Beiden nach ein paar Tagen nach Hause kamen, wurde ich etwas lockerer und suchte den Kontakt zu dem Baby und so kam es, das meine Mutter mir beibrachte, wie man so ein Baby hält ,hoch nimmt, wickelt, badet und anzieht. Es machte mir jeden Tag mehr Spaß, mich um meine Schwester zu kümmern, nur wenn Besuch kam war ich doch etwas eifersüchtig, da sich alles immer nur um die Kleine drehte und ich hinten anstand, das kannte ich nicht. In der Schule ließen aus irgendeinen Grund meine Leistungen immer mehr nach und Schulkameraden hielten Abstand von mir. Gut das es noch meine Freundin Kristin gab, mit ihr konnte ich über alles reden was mir Sorgen bereitete, trotzdem zog ich mich immer mehr zurück und suchte Trost bei den Pferden. Als meine Schwester ein halbes Jahr alt war, verhielt sich eine Mutter seltsam. Nach einiger Zeit erfuhr ich, dass sie erneut schwanger war. Ich versuchte mein Bestes, ihr bei meiner Schwester zu helfen und sie zu entlasten, ich hatte keine Lust mich mit Freunden zu treffen, die mich eh nur als Unterhaltung für Zwischendurch dabei haben wollten und bei nächster Gelegenheit wieder über mich lästerten. Im November 1999 kam dann mein kleiner Bruder zur Welt. Nun war auch diese Wohnung zu klein und meine Eltern kauften ein paar Straßen weiter ein Grundstück, wo unser erstes eigenes Haus entstehen sollte. Ich fuhr nun in den Sommerferien immer auf einen Reiterhof in Dollgow, dort wurde ich dann schon bald Stammkunde und selbst meine Eltern wollten dort mal eine Woche Urlaub machen. Ihnen gefiel es dort genauso gut und deshalb wurde es auch einmal im Jahr ihr Urlaubsziel, sogar meine Mutter wurde mutig und nahm ab und an Reitstunden. Ich ging nun mittlerweile auf eine Realschule in Berlin Blankenburg und hatte es auch dort schwer Freunde zu finden, denn schnell wurde gemerkt, dass ich nichts als Pferde im Kopf hatte und mir mein Äußeres egal war. Ich war sehr schnell eingeschüchtert, zog mich zurück, nur ein paar Freunde hatte ich und um diese zu behalten hatte ich alles getan, um ihnen zu gefallen. Mit einem Jungen aus meiner Klasse hatte ich wahnsinnige Probleme und wir hatten uns immer wieder in der Wolle, es kam so weit, das er meinen Vater beleidigt hatte und ich holte aus und verpasste ihm eine Ohrfeige, er wurde daraufhin sehr wütend und wollte mich verprügeln, doch meine Klassenkameradin hielt ihn davon ab. Erst als ich mit dem Rad nach Hause fuhr, lauerte er mir auf und schubste mich samt Fahrrad auf die Straße vor ein Auto, das zum Glück rechtzeitig ausweichen konnte. Immer wieder konnte ich mir in der Schule anhören, wie dumm und hässlich ich doch bin und vor allem hörte ich die anderen Schüler sagen: „Guck mal da ist wieder die Pferdetussi!“ Ich hatte teilweise Angst in die Schule zu gehen und meine Eltern taten ihr Bestes um mich aufzumuntern. Eines Tages kam eine Mitschülerin aus einer der "coolen Clique" zu mir und sagte mir, das ich gar nicht so hässlich wäre, wenn ich etwas aus mir machen würde und so kam es, dass ich mir engere Sachen kaufte, mich begann zu schminken und die Augenbrauen zu zupfen. Und siehe da, so traurig es ist, hatte ich dann endlich ein paar Freunde die es auch ernst meinten, ich freute mich natürlich aber da hat man mal wieder gesehen, das Alle immer nur auf das Äußere achten. So langsam wurde ich etwas sicherer in meiner Umwelt, doch das artete irgendwann wieder aus weil ich anfing, wieder den Pausenclown heraus zu lassen um Aufmerksamkeit zu erlangen und alle lachten darüber. Ich begriff aber erst später, dass sie nicht lachten weil sie es lustig fanden, sondern weil sie mich auslachten. Die Schulzeit nährte sich dem Ende und ich war froh darüber, ich wollte eine Ausbildung machen, noch einmal ganz von vorn anfangen wo mich keiner kannte und neue, aber gute Eindrücke hinterlassen. Auf dem Reiterhof lernte ich die kleine Stella kennen, die zu Hause bei ihrem Opa Pferde hatte. Weil wir uns gern mochten, luden mich ihre Eltern zu sich nach Hause ein und sie halfen mir dabei, Bewerbungen zu schreiben. Ich hatte mich entschieden den Beruf Pferdewirtin zu lernen und alle Höfe in Berlin und Brandenburg anzuschreiben. Mitunter hatte ich mich auf einem Isländergestüt bei Belzig beworben, mit Erfolg, denn sie luden mich kurze Zeit später zu einem sehr netten Bewerbungsgespräch ein und erklärten mir ausführlich die täglichen Arbeiten und da es mir sehr gut gefiel und wir gut miteinander auskamen, machten wir einen Zeitraum aus, in dem ich ein Praktikum absolvieren sollte. Das Praktikum machte mir echt Spaß, meine Mitarbeiter waren echt super nett gewesen und die Tage vergingen im Fluge. Kaum war ich 4 Tage zu Hause, wurde ich von der Chefin des Hofes angerufen, um mir zu berichten, das ich gern bei ihnen anfangen könne. Ich freute mich riesig und ich stimmte zu. Doch leider konnte ich noch nicht direkt in die Ausbildung einsteigen, denn ich war erst 17 Jahre alt und da ich hätte Ausritte führen müssen, war ich noch zu jung. Also musste ich warten bis ich volljährig war und in der Zeit, absolvierte ich dort ein Einstiegsqualifizierungsjahr. Als ich dieses beendet hatte, konnte ich mit meiner Ausbildung anfangen. Auch diese Jahre vergingen wie im Flug! Ich lernte komplett alles über die Pferdehaltung und Pferdepflege, noch dazu habe ich Pferde eingeritten und ausgebildet, doch am meisten Spaß machte mir der Gästebetrieb. Egal ob Ferienkinder, Wochenendgäste oder Erwachsenenwochen, sie waren alle großartig, denn es war immer wieder toll, zufriedene Gäste auf dem Hof zu haben, die sich für alles bedankten und die einen Mut machten. Und es ist kaum zu glauben, in meiner Ausbildungszeit eroberte eine Jungstute mein Herz und die Chemie zwischen uns stimmte sofort, also hatte ich sie gekauft. Ihr Name war Santa Fe` und sie war ein „reinrassiger Mischling“, eine sehr schöne Fuchsstute. Ich hatte sie von einem Hengst bei uns auf dem Hof decken lassen und sie bekam ein Hengstfohlen, das ich gegen die wunderschöne schwarze Welsh-Ponystute Lea tauschte, die beiden waren Alles für mich. In dieser zeit hatte ich vorübergehend einen Freund und ich wurde Schwanger, hatte mich entschieden die Ausbildung ruhen zu lassen. Doch als ich zu Hause war, gingen mir viele Dinge durch den Kopf, ich hatte keine Ausbildung in der Tasche, keinen Führerschein, ich hätte dem Kind absolut nichts bieten können, also beschloss ich mich im letzten Augenblick schweren Herzens für eine Abtreibung. Und ich sollte es bereuen. Ich setzte meine Ausbildung weiter fort und bekam nach einiger Zeit Depressionen, Schuldgefühle plagten mich über 3 Monate und ich nahm stark ab. Mich zwang etwas dazu, über die ganze Situation mit meinem Exfreund Steffen zu reden. Mir ging es dadurch besser und ich fing mich langsam wieder. Am 6.1.2009 haben Steffen und ich uns auf ein Treffen geeinigt und wir gingen ins Kino und Bowlen und redeten über verschiedene Dinge. Als er mich wieder nach Hause fuhr, fing es stark an zu Schneien und ich bestand darauf, das er bei mir schläft. So kam es, das wir Beide wieder zueinander gefunden hatten. Die Beziehung lief von da an sehr gut und er tat auch viel dafür. Ich hatte nun noch 6 Monate meiner Ausbildung vor mir und ich wollte sie in vollen Zügen genießen. Steffen kam jedes Wochenende zu mir, egal ob ich arbeiten musste oder nicht und wenn es sich anbot, half er einfach mit. Er fing auch wieder an zu Reiten und so beschlossen wir, dass wir für ihn auch ein Pferd in angemessener Größe kaufen wollten. Die Tage vergingen immer schneller und nun war es schon Frühling. Über die Feiertage bekam ich frei und wir wurden von Steffens Eltern über ein paar Tage eingeladen und verbrachten eine stressfreie schöne Zeit miteinander. Als diese Tage vorbei waren und ich wieder meinen ersten Arbeitstag antrat, hatte ich noch keine Ahnung davon, dass sich mein Leben bald sehr stark zu einem wunderbaren Erlebnis verändern würde. 

Kapitel 1
Ich stand gerade auf der Koppel im Regen und stach den Sauerampfer aus dem Boden, als ich plötzlich anfing mit der Übelkeit zu kämpfen „Na toll auch noch Magen-Darmgrippe“ dachte ich mir und schaute auf die Uhr und stellte fest, das es erst morgens um halb neun war. Die Anderen waren auf der morgendlichen Koppelrunde unterwegs und kümmerten sich um die Pferdeversorgung und ich sollte um neun mit den Gästen die Pferde holen gehen. Doch irgendwie ging es mir immer schlechter und ich musste mich echt zusammen reißen um nicht aufzufallen. Als alle mit ihren Pferden auf dem Putzplatz angekommen waren, musste ich erst einmal in die Küche gehen und mich hin setzen. Mia, die Tochter der Chefin und auch gleichzeitig meine sehr gute Freundin, kam zu mir. „Was ist los mit dir? Alles in Ordnung?“ Sie setzte sich neben mich auf die Couch. „Ach ich weiß auch nicht, mir ist so doll übel und fühl mich recht schlapp, ich muss kurz mal durchatmen um wieder ein wenig Kraft zu sammeln.“ Erstaunt sah sie mich an und lächelte „Ach Maus, wenn da nicht mal was im Busch ist“. „Wie meinst du das?“ fragte ich sie. Sie drückte mich noch einmal „Nur so“, mit diesen Worten verschwand sie nach draußen. Ich war immer wieder froh darüber eine solch gute Freundin zu haben, mit ihr konnte ich echt über alles reden. Nach kurzer zeit gab ich mir einen Ruck und stand auf um wieder nach draußen an die Arbeit zu gehen. Meine Leute hatten ihre Pferde fertig für den Ausritt gesattelt und erwarteten mich bereits, für mich hatte man die Isistute Mola gesattelt. Der Ausritt war sehr entspannend und mir ging es allmählich besser. Wieder auf dem Hof angekommen, sattelten wir die Pferde ab und brachten sie auf die Koppel, jetzt war es Zeit fürs Mittag. Doch schon als ich nur den Innenhof betrat, wurde mir blitzartig wieder übel, obwohl es nach meinem Lieblingsessen roch, so blieb ich draußen sitzen und machte mir eine Zigarette an. Schon nach ein paar Zügen hatte ich schon genug und machte sie wieder aus, sehr komisch war das schon, aber ich dachte das es nach ein paar Tagen wieder gut sein würde. Nicki, meine Vorarbeiterin, kam zu mir nach draußen, mit ihr machte es sehr viel Spaß zu reden, denn sie zeigte viel Verständnis für viele Dinge, ich mochte sie einfach sehr gern. „Wann kommt Steffen wieder?“ fragte sie mich. „Freitag Abend! Ab Samstag habe ich eine Woche frei, damit ich mich für meine Abschlussprüfung vorbereiten kann.“ Erschrocken sah sie mich an „Achje, daran hab ich ja gar nicht mehr gedacht, na ich drück dir mal alle Daumen das es gut klappt!“ „Danke, ich hoffe nur das Beste! Aber Angst habe ich trotzdem das ich durchfalle.“ „Ach du packst das schon, ansonsten zieh ich dir die Hammelbeine lang!“ sagte sie scherzend zu mir. Ich war froh als dieser Tag vorbei war, erschöpft viel ich in mein Bett und hatte Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Nachdem ich eine Stunde wach lag, gab ich auf und stand wieder auf, es war gerade mal 20 Uhr. Ich beschloss noch einmal Steffen anzurufen, dazu musste ich wieder runter auf den Hof, da hier ein echtes Empfangsproblem herrschte, unten auf dem Hof ging es einigermaßen. Vor einiger Zeit haben Steffen und ich beschlossen, uns in der Umgebung von dem Reiterhof wo ich groß geworden bin, eine Wohnung zu nehmen. Gut dass ich ihn noch einmal anrief, er sagte mir, dass er eine Wohnung gefunden habe, die wir uns am Montag ansehen könnten. Ich freute mich und stimmte begeistert zu. Als ich erneut in mein Bett fiel, schlief ich sofort ein, doch diese Nacht war etwas seltsam! Ich wachte zweimal auf und hatte kalte Schweißausbrüche und Atemnot hatte aber die Hoffnung, dass es sich wieder legen würde. Am nächsten Morgen, noch bevor ich die Augen öffnete, wurde ich blitzartig von der Übelkeit überrascht. „Das kann doch wohl nicht war sein“ dachte ich. Ich rappelte mich hoch und wollte es ignorieren, doch letztendlich landete ich doch im Bad über der Kloschüssel. Dann ging es mir etwas besser und ich machte mich fertig für die Arbeit und ging zum Frühstück auf den Hof. Die Mitarbeiterküche war noch leer und ich kochte erstmal Kaffee für meine Kollegen und machte mir wie jeden Morgen ein Nutellabrot. Kaum habe ich dieses gegessen, endete es wieder mit dem Gang zur Toilette. Langsam schöpfte ich Verdacht schwanger zu sein, verdrängte diesen Gedanken aber schnell wieder. Allmählich füllte sich die Küche und es herrschte das morgendliche Chaos, das ich so liebte. In Gedanken versunken saß ich auf meinem Stuhl und bekam nicht einmal mit, dass Nicki gerade die Arbeiten einteilte. Ich beobachtete mein ganzes Team und dachte mir, wie es wohl ohne sie sein würde, wenn ich meine Ausbildung jetzt nun wirklich abschließen sollte und den Hof verlassen müsste. Auch wenn es manchmal Tage gab, an denen wir uns hätten die Haare ausreißen können, trotzdem hatte ich sie alle so verdammt gern, das ich richtig Angst bekam bei dem Gedanken, eventuell bald nicht mehr hier zu sein. „Hallo? Erde an Angi?“ Liss klopfte mir auf die Schulter. „Kommst du? Wir fahren zusammen zu den Reitponys!“ Erschrocken und wahrscheinlich auch sehr verwirrt schaute ich Liss an! „Na klar, ich bin schon auf dem Sprung!“ Versuchte ich zu scherzen. Im Hof- und Koppelauto angekommen, strich sich Liss eine lange blonde Strähne aus dem Gesicht und schaute mich besorgt an. „Was ist in letzter Zeit bloß los mit dir? Du bist so abwesend und zurückhaltend!“ warf sie mir plötzlich an den Kopf. „Das sind nur die Hormone!“ sagte ich und schwieg weiter. So lief das den ganzen Tag lang weiter, ich hatte einfach keine Lust zum reden, zumal mir auch nichts einfiel. Am Freitagabend traf Steffen endlich ein. Ich hatte gehofft, dass ich mich wenigstens mit ihm unterhalten könne, aber mir fiel auch bei ihm kein Gesprächsstoff ein und hatte auch keine Lust großartig mit ihm zu kuscheln. Er verstand die Welt nicht mehr und er tat mir leid, aber ich konnte einfach nicht. Schweigend lagen wir im Bett, es herrschte peinliche Stille. Dann fing er einfach an zu erzählen, wie er sich das mit der Woche Urlaub vorstellte. „Ich würde gern Morgen gegen 10 Uhr hier los fahren damit wir pünktlich um 13 Uhr bei der Wohnungsbesichtigung sind. Meine Eltern sagten, das wir gern ein paar tage bei ihnen verbringen können, wenn es dir nichts ausmacht und am Donnerstag sind wir ja bei deinem Vater eingeladen und übernachten dort, damit wir am Freitag bequem zur Prüfung kommen! Was meinst du dazu?“ „Ja, das ist eine gute Idee denke ich! Bitte nimm es mir nicht übel, ich bin hundemüde und würde jetzt gern schlafen!“ Er nickte und gab mir einen dicken Kuss „Gute Nacht mein Schatz, schlaf schön und träum was süßes!“ Auch diese Nacht, wie die letzten Nächte zuvor, wachte ich wieder wegen Atemnot und Schweißausbrüchen auf , rührte mich aber nicht. Am Morgen wollte ich aufstehen um mich fertig zu machen, doch wieder einmal holte mich die Übelkeit ein und wieder einmal war mein erster Gang zur Toilette. Ich fing an zu weinen, brach in dem Bad zusammen. Tief in meinem Inneren spürte ich, das ich Schwanger war, wollte es dennoch nicht war haben, obwohl es mein innerer größter Wunsch war, aber jetzt noch nicht, es ist noch viel zu früh. Ich riss mich wieder zusammen und verließ das Bad um mir meine Klamotten anzuziehen. Steffen war schon dabei, die gepackten Koffer in das Auto zu verstauen, als er fertig war, fuhren wir auch schon los. Unterwegs riefen wir meinen Vater an und boten ihm an, auch mit zur Besichtigung zu kommen. Dieser war sehr erfreut und stimmte zu. Wir trafen uns vor den Reihenhäusern, in denen sich die Wohnung befinden sollte und wir fanden schnell die richtige Hausnummer. Kurz darauf traf auch der Makler ein und wir konnten nun die Wohnung betreten und begutachten. Diese war sehr großzügig aufgeteilt, dennoch entschieden wir uns gegen sie, warum, konnte ich nicht sagen, vielleicht hatte es aber einen Sinn! Wir fuhren dennoch mit meinem Vater etwas Essen, auf einem Landgasthof in Kremmen, ich bekam noch immer keinen Bissen herunter, konnte mich aber gut heraus reden. Am späten Nachmittag verabschiedeten wir uns und fuhren zu Steffens Eltern nach Hause. Dort werden wir schon Sehnsüchtig erwartet und sogleich an den Abendbrottisch gesetzt. Jetzt gab es kein Entkommen mehr, ich zwang mir jeden Happen hinter, auch wenn ich wusste, das das Essen sehr lecker war, war es echt eine Qual zu essen. Und so trieb es mich wieder einmal zur Toilette ,aber keiner schöpfte Verdacht, da ich langsam aufgestanden war und erst als ich die Flurtür geschlossen hatte, rannte ich was das Zeug hielt. Die Woche verbrachten wir mit Lernen, Lernen und Lernen, der Druck, den die Prüfung auf mich ausübte wurde immer größer, bloß nicht versagen! Als es Donnerstag war, starteten wir auf zu meinem leiblichen Vater, bei dem wir übernachteten. Als wir ankamen, öffnete er gut gelaunt die Tür und begrüßte uns. „Hallo, kommt herein. Ich muss gleich noch einmal los, einkaufen! Aber in der Zeit könnt ihr es euch gemütlich machen.“ „Hey, alles klar machen wir, danke!“ antwortete Steffen blitzartig. Dann verließ mein Vater auch schon das Haus. Steffen und ich waren nun allein, ich spürte dass gleich irgendetwas geschehen würde, und ich hatte Recht. Steffen stand vor mir und verlangte, dass ich die Augen schließe. „Warum?“ Protestierte ich erst einmal. „Mach einfach, aber nicht lachen“ sagte er. Also schloss ich die Augen und wartete gespannt, „So, und nun mach sie auf!“ Ich folgte seiner Anweisung und es verschlug mir den Atem, er Kniete vor mir, mit einer kleinen Schachtel in der Hand, worin sich 2 Ringe befanden. „Willst du meine Frau werden?“ fragte er mich mit zitternder Stimme. „Und ob ich das will“ antwortete ich und fiel ihm in die Arme. Alles schien in diesem Augenblick perfekt, doch als ich wieder zur Besinnung kam, kamen wieder die Gedanken der eventuellen Schwangerschaft in mir auf. Ich hatte das Gefühl, das die ganze Sache nach hinten losgehen würde. Am nächsten Morgen standen wir zeitig auf um pünktlich zur Prüfung zu erscheinen, die Übelkeit quälte mich heut besonders und ich beschloss eine Tablette dagegen zu nehmen. Als die Prüfung begann, entspannte ich mich und ich konnte jede Menge aufs Papier bringen, fast alle Fächer waren geschafft, jetzt kamen die Schwersten, nämlich Betriebswirtschaftslehre und Wirtschafts- und Sozialkunde. Ausgerechnet bei diesen Fächern bekam ich plötzlich Schwindelanfälle, kippte beinahe um, bekam rasende Kopfschmerzen und Schweißausbrüche und auch noch starke Übelkeit dazu. Ich konnte mich keineswegs mehr konzentrieren und ich wusste, die Prüfung war für mich gelaufen. Auf der Fahrt nach Hause ging es mir von mal zu mal besser, bis auf die Übelkeit, ausgerechnet jetzt, musste Steffen mit mir zu Kentucky Fried Chicken fahren. „Nun iss doch mal was!“ sagte er zu mir. „Wenn du willst das ich dir vor die Füße kotze dann gern!“ sagte ich etwas launisch zurück. „Ist ja gut wir fahren ja gleich wieder!“ gab er energisch zurück. Wieder bei meinem Vater angekommen, las er mir die Packungsbeilage der Tabletten vor, die ich geschluckt hatte. „Sieh mal, hier steht bei Nebenwirkungen Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit können ebenso auftreten, na dann ist ja alles klar.“ Ich ärgerte mich, das ich diese Dinger genommen hatte.

Kapitel 2
Als ich am Samstag wieder zur Arbeit ging, traute ich mich kaum jemanden in die Augen zu sehen, zu sehr schämte ich mich weil wusste dass ich durchgefallen bin. Natürlich bleibt der Buschfunk hier nicht aus und alle wussten es schon, es dauerte nicht lang, da stand auch schon meine Chefin vor mir! „Na Mäuschen, hast du es nicht geschafft? Tut mir echt leid! Beim nächsten mal klappts bestimmt!“ sagte sie. Etwas fassungslos schaute ich sie an, weil ich war auf das Schlimmste gefasst, aber wie hat die mich grad genannt? Egal, auf jeden Fall fiel mir ein Stein vom Herzen. „J..ja, ich hoffe auch!“ stotterte ich immer noch leicht überrascht. Steffen war inzwischen wieder abgereist weil er wieder arbeiten musste, in fast einer Woche beginnen die Sommerferien, an dem Wochenende davor gehen Mia und ich noch einmal mit den Isländern, die wir beritten hatten, auf Turnier. Darauf freute ich mich schon riesig, da ich da echt meine ganze Begeisterung hinein gesteckt hatte. Auch in der nächsten Woche verschwanden meine Beschwerden nicht und ich verdrängte es weiter. An dem Tag, wo wir zum Turnier fuhren, kam Steffen wieder, damit er uns fahren konnte und er hatte auch die ganzen Besorgungen gemacht, wie zum Beispiel die Zelte, einen Grill und Nahrung besorgt. Das Wochenende auf dem Turnier half mir, meinen Kopf etwas frei zu bekommen und ich entspannte mich etwas. Es war unglaublich schön, in dem Zelt zu liegen, mit dem Menschen, bei dem du weißt, das er dich unendlich doll liebt, und dann noch das Schnauben und Scharren unserer Pferde neben dem Zelt und die beruhigenden Geräusche wenn sie ihr Heu kauten. Doch auch dieses Wochenende ging schnell vorbei und die Realität holte mich schnell wieder ein. Steffen wollte noch 2 Tage bleiben und ich beschloss, am Abend als wir im Bett lagen, ihm von meinem Verdacht zu erzählen. Er schaute mich mit großen Augen an, fiel mir dann aber in die Arme und freute sich riesig, ich im Gegenteil. „Hör zu, für mich ist klar, das ich das Baby austragen werde wenn es wirklich so ist, noch eine Abtreibung käme nicht in Frage! Aber meine Ausbildung……“ ich stoppte. „Ist schon gut, wir werden das schaffen, rede mit deiner Chefin, das sie dir ein paar Stunden frei gibt und wir fahren zum Arzt, Ok?“ Ich nickte stumm und bald darauf schliefen wir ein. Am nächsten Morgen betrat ich die Küche wieder einmal als erstes, zu meiner Freude tauchte meine Chefin kurz nach mir auf und ich nutzte die Gelegenheit sie um Frei zu bitten, ohne ihr zu sagen wofür. Ohne etwas dagegen einzuwenden schickte sie mich los, auch wenn ich ihr ansah, dass es ihr nicht so recht passte. Ich ging nach oben in mein Zimmer, wo Steffen auf mich wartete. „Und, darfst du?“ fragte er gespannt. Ich nickte nur und bekam ein mulmiges Gefühl. Es dauerte eine Weile, bis wir eine Praxis gefunden hatten die einen Spontanbesuch duldeten. Eine ganze Weile saßen wir im Wartezimmer, bis ich schließlich aufgerufen wurde, ich bat Steffen draußen zu warten. Mit zusammengepressten Fäusten saß ich der Ärztin gegenüber und schilderte ihr meinen Fall. Kurz darauf schickte sie mich in die Umkleidekabine um danach einen Ultraschall durchführen zu können. Gespannt aber ängstlich schaute ich auf den Monitor. „Ach nee, was haben wir denn da?“ sagte die Ärztin. Da! Das ist mein Kind! Dachte ich mir. Man sah schon ganz deutlich Arme und Beine und wie das kleine Herz schlug! „Ich….ich kann nicht…!!!“ ich fing an zu weinen , zu rührend war dieser Anblick des kleinen Wunders in meinem Bauch. Das ich so etwas zustande bringe. „Beruhigen sie sich erst einmal!“ sagte die Ärztin. „Da, sehen Sie! Es hat einen Purzelbaum geschlagen! Unglaublich! Darf ich fragen wie weit ich bin?“ brachte ich nun mit zitternder Stimme hervor. „Sie sind schon in der 8.Schwangerschaftswoche! Wissen sie schon ob sie das Kind austragen wollen?“ „Auf jeden Fall“ antwortete ich energisch. Als ich mich wieder angezogen hatte, ging ich noch zu einem abschließendem Gespräch und dort erzählte ich von meiner vorigen Schwangerschaft. „Ich hatte im Jahr 2008 einen Schwangerschaftsabbruch durch gestanden. Meine Gefühle fuhren seit dem Achterbahn und mich plagen noch heute Schuldgefühle, deshalb kommt für mich ein weiterer Abbruch nicht in Frage. Auch wenn meine jetzige Lage unpassend ist, ich will es schaffen, ich bin bereit, für das kleine neue Leben zu sorgen!“ Nickend schaute mich meine Ärztin an „Na dann gratuliere ich ihnen mal ganz herzlich zu ihrer Schwangerschaft, sie schaffen das schon! wir machen gleich einmal einen neuen Termin für sie fertig damit wir ihnen bei der nächsten Untersuchung den Mutterpass ausstellen können.“ Ich stimmte zu. „Wie sieht es in 2 Wochen am 24. aus?“ fragte sie mich. „Na klar das dürfte klappen“ gab ich begeistert zurück „Na dann vielen Dank für alles, bis dann, Tschüss!“ Ich ging nach draußen um Steffen zu erlösen, ein Wunder das er noch keine Wurzeln geschlagen hatte. Ohne ein Wort zu sagen gingen wir zum Auto, erst als wir drinnen saßen, konnte ich mein Grinsen nicht mehr verbergen und zeigte ihm die Ultraschallbilder. „Ich fass es nicht!“ brachte er nur heraus, dann gab er mir einen dicken Kuss. Doch ich fing wieder an zu grübeln, was wenn ich meinen Abschluss wirklich nicht bestehen werde? Wie soll ich es meinen Eltern sagen? Ich hatte mich dennoch entschlossen, es ihnen zu sagen wenn ich Geburtstag hatte, der sollte schon in weniger als 2 Wochen sein. Auf dem Hof angekommen, ging ich gleich zu meiner Chefin und erzählte ihr von meiner Schwangerschaft. Zu meinem Glück verstand sie, das ich keine Abtreibung wollte, ich bot ihr an, solange der Beschäftigungsverbot noch nicht gültig war, rein die Kinderbetreuung zu übernehmen und sie war einverstanden. Nach dem Gespräch, rief ich noch bei meinem Ausbildungsring an, der mir sagte, das sie mir umgehend den Beschäftigungsverbot schicken würden. Es war gerade Mittagspause und alle meine Mitarbeiter saßen zusammen in der Küche und diskutierten die Freiplanung für die Sommerferien aus. Mia kam nach draußen zu mir und legte ihren Kopf auf meine Schulter „Wo warst du eben? “fragte sie mich. „Ich war beim Frauenarzt. Drei mal darfst du raten was er gesagt hat!“ Sie schaut mich mit großen Augen an „Sag nicht du bist wirklich Schwanger? Wie krass das gibt’s doch nicht! Glückwunsch!“ Wir saßen noch lange da und unterhielten uns, nach und nach kamen auch meine Kollegen heraus und bald wussten es alle. Schon am nächsten Tag sollten die Ferien beginnen, Steffen kommt in einer Woche wieder um an meinem Geburtstag bei mir zu sein. In der ersten Ferienwoche kümmerte ich mich wie abgemacht um die Ferienkinder und genoss es noch einmal in vollen Zügen. Als Steffen nach einer Woche wieder da war, half er mir sogar bei der Betreuung, doch er verhielt sich irgendwie seltsam! Er war so ernst und ziemlich abwesend, am nächsten Morgen sagte er mir, er müsse noch einmal weg , er komme Abends wieder und so war es dann auch. Es war schon 22 Uhr als die Tür aufging und ich hatte kein gutes Gefühl als ich ihn sah und meine vorigen Ängste bewährten sich! „Ich war bei deinen Eltern und habe ihnen von der Schwangerschaft erzählt!“ sagte er sehr ernst zu mir. „Ja und jetzt?“ fragte ich ihn entsetzt. „Es sieht nicht gut aus, ich bin zu dem Entschluss gekommen das wir zusammen ziehen müssen, aber nicht hier, sondern nach unten zu mir , du müsstest dich ebenso von einem deiner Pferde trennen, sonst können wir finanziell nicht leben! “sagte er trocken ohne dabei eine Miene zu verziehen. „D…Das geht nicht! das sind 800 km Entfernung von hier! So weit gehe ich nicht von meiner Familie weg! Und schon gar nicht gebe ich meine Pferde her!“ gab ich panisch zurück. „Egal was du denkst, du musst dich entscheiden, entweder deine Pferde oder ich, ich will heute noch eine Antwort!“ sagte er wieder etwas ruhiger. „Ich kann mich aber so schnell nicht entscheiden!“ schrie ich ihn an und rannte aus dem Haus und knallte die Tür zu. Tränenüberströmt und schluchzend rannte ich nach unten auf den Hof um Trost bei meinen Kollegen zu suchen. Die beiden, die noch wach waren konnten es echt nicht glauben dass er so etwas tun konnte. Als ich mich ein wenig beruhigt hatte, wollten die beiden mich wieder zu meinem Wohnhaus bringen, doch als wir das Hoftor öffneten, kam Steffen um die Ecke und nahm mich einfach in den Arm. Meine Kollegen verabschiedeten sich von mir und gingen wieder herein. Steffen redete weiter auf mich ein und ich fing wieder mit dem Geheule an. Letztendlich habe ich nur noch „Ja“ gesagt, damit er mich endlich in Ruhe lässt und ich schlafen gehen konnte, doch im Bett ging es dann weiter . Ich ignorierte ihn einfach und irgendwann waren wir eingeschlafen. Die nächsten beiden Tage war die Stimmung zwischen uns sehr angespannt, trotzdem organisierte er an meinem Geburtstag die Getränke und die ganzen Fressalien und half mir auch das Haus zu putzen. Als meine Eltern anriefen um mir zu gratulieren, sagten sie mir, das ich am morgigen Tag allein nach Hause kommen soll, ohne Steffen, da sie erst einmal mit mir allein über die Situation reden wollten, ich verstand das und machte mit meinem Vater eine Uhrzeit aus, an der er mich abholen sollte. Als ich Steffen davon erzählte, war er sauer und redete den ganzen Tag nicht mit mir. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von einander „Mal sehen was die Zeit bringt“ sagte er noch, gab mir einen Kuss auf die Wange und verschwand. Ich konnte spüren, dass dies erst einmal das letzte mal war, das ich ihn sah. Ein paar Wochen waren vergangen und mein letzter Teil der Abschlussprüfung stand vor mir. der praktische Teil. Ich hatte nun schon einen Beschäftigungsverbot und ich brauchte eine schriftliche Erlaubnis meiner Ärztin das ich reiten durfte, denn ich musste ja zu meiner Prüfung auch reiten und ich hatte mich entschlossen eine Gangpferdeprüfung zu machen und musste dazu den Isländer mitnehmen, den ich eh schon beritten hatte. Mein Vater war es diesmal, der mich samt Pferd zur Prüfung fuhr. Dort angekommen, luden wir erstmal das Pferd aus dem Hänger und stellten es in eine Box, danach ging ich in die Reithalle, wo die Begrüßung und Einteilung der Prüflinge statt fand. Ich sollte zuerst zur Pferdebeurteilung, gerade davor hatte ich Angst und ich ließ es die Prüfer merken und ich merkte das ich versagt hatte. Meine anderen Prüfungen liefen super, im Reiten bekam ich sogar eine 2. Doch die böse Überraschung nahte, denn alle Prüflinge wurden zur Bekanntgabe wieder in die Reithalle gebeten. Als ich aufgerufen wurde, zitterten mir die Knie! Und zu Recht, das Prüfungsergebnis lautete „Nicht bestanden“! Mit Tränen in den Augen ging ich nach draußen zu meinem Vater, unterdrückte diese aber, da ich nicht vor ihm weinen wollte, ich teilte ihm zaghaft das Ergebnis mit. Ich spürte dass er betroffen war, ich wollte ihn nicht enttäuschen, ich wollte niemanden enttäuschen und habe es doch getan. Ich fühlte mich dreckig und redete kaum auf der Rückfahrt, obwohl mein Vater versuchte mich aufzumuntern. „Ich wette du schaffst das beim nächsten mal. Kopf hoch, jetzt musst du bald erstmal für deine eigene kleine Familie sorgen und dafür lohnt es sich dann zu kämpfen.“ sagte er ruhig zu mir. Ich nickte. Wie Recht er hatte. Meine Stimmung stieg langsam wieder, denn es half mir, das ich wusste, das mein Vater zuversichtlich mir gegenüber war. Auf dem Hof angekommen kamen mir die ersten Ferienkinder entgegen und freuten sich. Meine Mitarbeiter sahen schon an meinem Gesicht, das ich nicht bestanden hatte und drückten mich einfach nur. Für mich war trotzdem die Arbeit hier nun zu Ende, wollte aber noch bis zum Schluss der Sommerferien warten bis ich endgültig nach Hause fuhr. Meine kleine Schwester kam auch für ein paar tage hier her und wir ritten zusammen mit meinen Pferden aus und sie konnte bei den anderen Ferienkindern mitmischen. Sie schwebte im siebten Himmel, solch Spaß machte es ihr. Doch ihr Aufenthalt ging schnell zu Ende und sie wurde wider abgeholt. Ich hatte mir vorgenommen, am letzten Wochenende der Ferien noch ein letztes mal auf ein Turnier zu gehen. Und so war es auch, es war der passende Abschluss für meinen Aufenthalt hier auf dem tollen Reiterhof. In drei Tagen wollte mein Vater kommen und meine ganzen Sachen und mich abholen, meine Pferde jedoch erst am Donnerstag. Zu Hause räumte ich erst einmal die „unwichtigen“ Dinge in die Garage, um Platz im Haus zu sparen. Als es Donnerstag war, holte mein Vater noch den Pferdehänger von seinem Bekannten und holte mich dann ab. Wir erreichten am Nachmittag den Hof und meine Mitarbeiter halfen mir dabei, meine Pferde zu verladen. So ging es sehr schnell und ich verabschiedete mich schweren Herzens von ihnen. Auf der Rücktour fühlte ich mich leer, konnte noch nicht glauben das ich das alles hinter mir lassen sollte.

Kapitel 3
Meine Pferde lebten sich schnell in ihrem neuen zu Hause ein und sie waren nur ein paar Meter von meiner Haustür entfernt. Jeden Tag war ich da und versorgte und bewegte sie. Meine Mutter hatte mir einen Termin beim Frauenarzt besorgt und wir gingen gemeinsam hin. Ich war nun schon in der vierzehnten Woche und man konnte alles schon recht deutlich auf dem Ultraschall erkennen. Meine Mutter war mindestens genauso doll gerührt wie ich bei dem Anblick des kleinen Wesens in meinem Bauch. Nach dem Termin gingen wir gleich gut gelaunt auf eine Shopping-Tour und kauften ein paar Babysachen ein , die natürlich für Jungen und Mädchen geeignet waren ,da wir ja noch nicht wussten was es wird. Ich verstand mich mit meiner Mutter von nun an so gut wie noch nie, sie war wie eine sehr gute Freundin für mich. Sie unterstützte mich an allen Ecken und Kanten, für mich war es das erste mal, das ich mich deutlich wie etwas Besonderes gefühlt hatte, auch wenn ich innerlich weiß, das ich es schon vorher für sie war aber sie konnte es nie richtig zeigen. Endlich war der lang ersehnte Tag angebrochen, nämlich der Tag der Feindiagnostik. Wieder einmal begleitete mich meine Mutter, auch sie konnte es kaum abwarten zu wissen, was es wird und ob es gesund entwickelt ist. An diesem Tag war ich in der einundzwanzigsten Schwangerschaftswoche und konnte schon lange die Bewegungen meines Zwerges spüren. Jetzt wurden wir aufgerufen. „Ich bin so aufgeregt“ sagte meine Mutter und tippelte neben mir her. „Guten Tag. Dann legen sie sich mal bitte auf die Liege und machen ihren Bauch frei. Geht es ihnen gut soweit? Wollen sie wissen was es wird?“ fragte die Ärztin mich freundlich. „Mir geht es blendend, danke! Ja wir wollen unbedingt wissen was es wird, wir sind schon ganz aufgeregt!“ antwortete ich. „Haben sie denn einen Wunsch!“ fragte sie mich. „Ja ich denke und hoffe dass es ein Mädchen wird“ erwiderte ich „Und da bin ich nicht die Einzige“ lächelnd zwinkerte ich meiner Mutter zu. Die Untersuchung verlief blendend es war alles so wie es sein sollte und nun kam der spannende Augenblick! „Es ist ein Mädchen!“ verkündete die Ärztin freudig. „Gratulation!“ Meine Mutter und ich hatten nun ein Dauergrinsen im Gesicht. Als wir auf dem Weg waren das Krankenhaus zu verlassen, hüpfte sie wie ein kleines Mädchen neben mir her „Es wird ein Mädchen, es wird ein Mädchen!“ und sprang mir dann in die Arme. Die Freude war ungemein und unbeschreiblich groß und wir gingen wieder einmal sofort einkaufen, Sachen für Mädchen versteht sich! Mit zwei riesigen Tüten verließen wir den Laden und fuhren nach Hause. Dort wurden wir schon von meinen Geschwistern und meinem Vater erwartet. „Und? Was wird es?“ werden wir überfallen. „Eiiiiiin Mädchen!“ präsentierte ich dabei das gut getroffene 3-D Bild. „Oh nein, ich will einen zweiten Schlüssel für mein Zimmer!“ protestierte mein kleiner Bruder. Alle lachten. Noch an diesem Abend wollte ich mich an eine Hebamme wenden, die mich die Zeit über betreuen sollte. Ich hatte aus der Klinik eine Liste mit freiberuflichen Hebammen und deren Telefonnummern bekommen. Meine Mutter riet mir die Erste aus der Liste zu wählen, denn diese hatte meine Schwester damals auf die Welt geholt und hatte ihre Arbeit mehr als gut gemacht. Ich rief sie an und hatte Erfolg, denn nach einem netten Gespräch machten wir einen Termin für den ersten Besuch aus. So langsam wurde ich immer dicker, aber nur am Bauch, ansonsten nahm ich immer mehr ab. Oft musste ich an Steffen denken, daran, dass ich mir wünschen würde, dass ich das alles mit ihm zusammen erleben könnte. Ich hatte nur noch zu seinen Eltern Kontakt und die gingen auch einmal mit mir für die kleine Maus einkaufen. Bekannte von meiner Mutter hatten noch ein Kinderbett und einen Kinderwagen im Top Zustand abzugeben, da haben wir natürlich zugeschlagen und bekamen zusätzlich noch ein Krabbelgitter. Nun war der Tag gekommen, wo ich meine Hebamme das erste mal kennen lernte, mittlerweile war ich in der 24. Schwangerschaftswoche und hatte schon eine süße kleine Murmel. In einer Stunde sollte sie kommen, ich war so aufgeregt das ich überall herum wuselte und sauber machte. Keine Ahnung warum ich so aufgeregt war , eigentlich hatte sich das gelegt seit ich auch Erwachsenen Reitunterricht gegeben hatte . Aber ich bekam diese Angst wieder, denn ich wollte nichts falsch machen und nicht peinlich sein. Es klingelte an der Tür und mein Herz fing an zu rasen, so das ich dachte, das ich gleich mit einer Schnappatmung begann. Als ich die Tür öffnete beruhigte ich mich schlagartig wieder, weil mir meine Hebamme auf Anhieb sympathisch war. „Hallo, ich bin Susanne!“ sie gab mir lächelnd die Hand. „Grüß dich, ich bin Angi! Komm doch herein!“ sagte ich erleichtert aber unsicher. Ich bat ihr etwas zu Trinken an und wir setzten uns ins Wohnzimmer. Sie wollte alles ausführlich über den bisherigen Verlauf der Schwangerschaft wissen und notierte sich alles. Schnell merkte ich, das sie mit Leib und Seele dabei war, und so gut wie möglich versuchte auf mich einzugehen. Ich fühlte mich echt wohl, hatte das Gefühl, eine echte Vertrauensperson gefunden zu haben und freute mich schon auf ihren nächsten Besuch als sie sich von mir verabschiedete. Der Mittwoch nahte und ich bereitete mich auf die Berufsschule vor. Es mussten wieder einmal viele Schreibsachen besorgt werden, die Schulbücher hatte ich zum Glück noch bei mir. Als es soweit war, klingelte mein Wecker schon morgens um fünf Uhr und da ich so etwas nicht mehr gewohnt war, schreckte ich dermaßen hoch, sodass ich mit meinem Kopf an die Dachschräge stieß. “Au, man, verdammte Scheiße!“ Fluchte ich vor mir hin. Völlig benebelt ging ich in das Badezimmer, schaute in den Spiegel und stellte mit Entsetzen fest, das ich echt furchtbar aussah, durch meine linke Gesichtshälfte zogen sich die Knitterfalten meines Kopfkissens und meine Augen…..! Wollen wir gar nicht drüber reden, Fakt war, das ich einfach extrem bescheuert aussah! Ich stand eine ganze Weile im Bad um wieder einen Menschen aus mir zu machen und ging dann nach unten in die Küche um meinen Kakao zu trinken, den mein Vater immer meinen Geschwistern und mir jeden Morgen mit Liebe zubereitete und in den Kühlschrank stellte. Entsetzt schaute ich auf die Uhr, mein Vater wollte mich mit dem Auto zu Bahnhof fahren, doch der stand noch unter der Dusche. „Papa, mach hinne! Es ist schon dreiviertel sechs!“ Brüllte ich zu ihm ins Bad und zog mir schon meine Schuhe an. „Jo! Bin ja schon fertig!“ Gab er mir zurück. Mit schnellen Schritten kam er aus dem Bad gestiefelt und zog sich ebenso Schuhe und Jacke an. Dann fing er nervös an auf und ab zu laufen um scheinbar etwas zu suchen! „Wo ist denn nur der Autoschlüssel?“ Das konnte ich mir schon denken das er den wieder einmal suchen musste, das geht jeden Tag so, es ist sozusagen seine Marke. Als er ihn endlich gefunden hatte, rannten wir zum Auto und fuhren los. „Viel Spaß, pass schön auf!“ Sagte er mir noch als er mich am Bahnhof raus ließ und fuhr wieder los. Ich erreichte meine Bahn noch rechtzeitig, es ist immer noch ziemlich dunkel und der Wind war auch schon sehr frisch. „Der Winter naht!“ Sagte ich leise zu mir. Als ich in der Friedrichstraße ankam, dauerte es noch zwanzig Minuten bis meine Regionalbahn ankommen sollte und ich ging in den Zeitungsladen um mir eine Babyzeitschrift zu kaufen. Viele Leute schauten mit großen Augen auf meinen schon gut sichtbaren Babybauch und dann in mein Gesicht. Ich grinste einfach nur, es ist das erste mal, das ich mir nichts daraus machte und mich nicht gleich versteckte wenn mich jemand ansah, im Gegenteil, ich war sogar stolz darauf und lief umso aufrechter, damit ich den Bauch ein wenig heraus strecken konnte. Als endlich meine Bahn kam, wimmelte es nur so von Menschen und ich bekam ein bisschen Angst zwischen dem Gedrängle und hielt schützend meine Arme vor meinen Bauch. Ich war froh, als ich einen Sitzplatz gefunden hatte und atmete tief ein und seufzte leise. In der Berufsschule angekommen, musste ich erst einmal eine Weile suchen, bis ich den Raum gefunden hatte, indem meine ganzen wiederholer Leute waren. Meine Lehrer waren erstaunlicher Weise sehr erfreut, als sie mich wieder sahen, zumindest kam es mir so vor. Jeder sprach mich auf meinen Bauch an und ich fing immer mehr an es zu lieben. In den Unterrichtsstunden musste ich mehrmals auf die Toilette gehen, da die kleine Madam sehr auf meine Blase drückte. Ich brauchte mich nur melden, ohne einen Ton zu sagen und von den Lehrern hörte man immer gleich „Ja, Geh!“. Ich fragte mich die ganze Zeit, wo meine Freundin Franzi blieb, die war ebenso durch die Prüfung gefallen! Also schrieb ich ihr eine SMS und ich erfuhr schnell, dass sie beim nächsten Mal dabei ist. So schön wie der Tag war, ich war froh als ich wieder zu Hause war, denn ich war echt erschöpft. Ich legte mich auf mein Bett um mich auszuruhen, strich dabei sanft mit meinen Händen über meinen Bauch und nahm Kontakt zu meinem Baby auf. Ich konnte es nun schon deutlich fühlen, wenn sie sich bewegte und konnte sogar, wenn sie sehr doll strampelte, kleine Beulen sehen die über meinen Bauch rollten. Meine Bindung zu meinem Baby wurde immer stärker und ich hatte Angst vor dem Gedanken, dass Steffen tatsächlich das Sorgerecht beantragt und mir die Kleine wegnimmt. Auch wenn mir alle erzählten, dass dies unmöglich wäre, ich traute es ihm einfach zu, obwohl ich ihn doch immer noch liebte. Wahrscheinlich war es das, das mir so wehtat! Zu wissen, was er mir angetan hatte und mir unterstellte, obwohl ich ihn doch so liebte. Ich lag auf meinem Bett und fing wieder einmal an zu heulen, so sehr quälten mich diese Gedanken, dieses kleine Wesen in meinem Bauch ist mit mir verbunden, es ist ein Teil von mir, wovon ich jede einzelne Bewegung spürte, das kann man mir nicht einfach weg nehmen, es braucht mich und ich brauchte es. Ich musste irgendwann eingeschlafen sein, denn ich wurde unsanft von dem Gebell unseres Hundes aus dem Schlaf gerissen, denn meine Eltern kamen nach Hause. Ich ging nach Unten und begrüßte sie, meine Mutter war wieder einmal Babysachen einkaufen und präsentierte sie mir stolz. Ich war wieder so gerührt davon, wie sie sich für mich und mein Baby einsetzte. Der nächste Tag brachte den Donnerstag mit sich und ich hatte wieder einmal einen Termin beim Gyn. Ich war schon in der 27 Schwangerschaftswoche und da ich schon ziemlich viele Vorwehen hatte, wurde ich an das CTG angeschlossen um die Herztöne und die tatsächliche Wehentätigkeit zu prüfen. Es war so wunderschön, dort zu liegen und die Herztöne des Zwerges in voller Lautstärke zu hören, dass ich mir vor lauter Glück kaum die Tränen zurück halten konnte. Als ich wieder abgeschlossen wurde, ging ich gleich zu meiner Ärztin in das Besprechungszimmer und sie berichtete mir, das alles in bester Ordnung war, denn die Kontraktionen der Gebärmutter sollte ich nur so stark spüren, weil ich so schlank war, da fällt es schneller auf. Ich hatte tatsächlich erst 4 Kilo zugenommen. Nun ging es ins Behandlungszimmer und auch dort ging alles seinen Lauf und wir machten für in zwei Wochen den nächsten Termin und dort sollte auch wieder ein Ultraschall gemacht werden. Es wurde für mich immer schwieriger mich um meine Pferde zu kümmern, für meine schwarze Ponystute Lea hatte ich eine tolle Reitbeteiligung gefunden die auch schon ein Ferienkind bei uns auf dem Hof war, wo ich gelernt hatte. Sie kümmerte sich sehr liebevoll um Lea und ich gab ihr ab und an Unterricht. Doch hatte ich ja zwei Pferde und um das andere musste ich mich selber kümmern und bewegen, noch dazu kümmerte ich mich auch mit um die komplette Versorgung der ganzen anderen Pferde. Es war sehr hart aber ich machte es gern, auch wenn mich danach immer ein schlechtes Gewissen plagte und ich mich immer wieder bei meinem Baby entschuldigte, was ich ihm antat und völlig in Tränen aufgelöst war. Es ist echt verrückt, wie sensibel man auf die kleinsten Dinge reagierte, ich schaute mir jeden Tag die Sendung „Mein Baby“ an und musste bei jeder Geburt heulen, da dachte ich mir schon: „Oh Gott, wie wirst du erst heulen wenn du dein Baby zur Welt bringst?“ Doch Angst vor der Geburt hatte ich nicht, ich wollte es einfach auf mich zu kommen lassen. Meine einzige Angst war nur, dass ich peinlich sein könnte wenn ich unter der Geburt anfangen würde zu schreien, obwohl dies ja völlig normal wäre. An diesem Abend wollte ich schnell ins Bett, denn ich wollte ausgeruht sein wenn meine Hebamme am nächsten Morgen aufschlägt, noch dazu freute ich mich schon darauf. Diese Nacht schlief ich sehr unruhig da ich starkes Sodbrennen hatte und musste mich in mein Bett aufsetzen um mich nicht zu Übergeben. Eine knappe halbe Stunde saß ich so da bis es endlich vorbei war und ich legte mich wieder hin um weiter zu schlafen. Am Morgen wachte ich durch meine Geschwister auf, denn sie stritten sich wieder einmal lautstark im Bad während des Fertigmachens für die Schule. Ich stand also auf und machte mich ebenfalls frisch, ich hatte ja schließlich noch ein wenig zu tun bevor Susanne kommen sollte! „Angi, kannst du uns heute von der Schule abholen?“ fragte mich meine Schwester mit großen Augen! „Ich denke das kriege ich hin!“ antwortete ich! „Ok, dann treffen wir uns um vierzehn Uhr vor dem großen Schultor!“ Schon ging die Tür zu und weg waren sie, denn mein Vater saß schon draußen ungeduldig im Auto und hupte weil sie schon ein wenig spät dran waren. Es dauerte nicht lang und da verließ auch schon meine Mutter das Haus um auf die Arbeit zu fahren. Ich fing an, alles was im Weg herum lag hoch zu legen, damit ich Staubsaugen konnte. Damit ich auch in die Ecken und unter dem Wohnzimmertisch ordentlich sauber machen konnte, machte ich den Bürstenkopf ab und wedelte mit dem Stahlrohr, ohne zu gucken, unter dem Tisch herum, plötzlich saugte es sich fest und es fühlte sich an als würde dort ein riesiger Brocken dran hängen. Ich zog ihn hervor und stellte erschrocken fest, dass dieser Brocken unser fauler Kater Felix war, dieser war wieder einmal sauer weil ihm das Futter nicht schmeckte und streikte, indem er sich nicht weg bewegte. Doch mit einem Staubsauger hatte er nicht gerechnet und ergriff, als ich ihn befreit hatte, sofort die Flucht, erst jetzt fing ich an zu lachen, weil er doch ziemlich blöd aussah, wie er da so an dem Rohr hing. Als ich mit meinem Ordnungswahn fertig war, klingelte es schon an der Haustür, denn Susanne war eingetroffen. Gut gelaunt öffnete ich ihr und sie begrüßte mich freundlich und schaute auf mein etwas, schon größeres Bäuchlein. „Oh, na Mensch, so langsam sieht man ja das du schwanger bist!“ Wir gingen beide in das Wohnzimmer und besprachen die wichtigen Dinge mit einer Tasse Kaffee. „Hast du dich schon bei einem Geburtsvorbereitungskurs angemeldet? Ich gebe ab übernächste Woche einen Kurs, da wäre noch ein Platz frei, das wäre im Haus Kugelrund in Buch!“ Sagte sie mir und trank wieder einen Schluck. „Nein, angemeldet habe ich mich noch nicht, aber wenn noch ein Platz frei ist, lass ich mir den doch nicht entgehen!“ Ich konnte meine Freude nicht verbergen und grinste ihr dabei ins Gesicht. „Ok, dann schreib ich dir die Termine auf und den anderen Schreibkram machen wir dann Vorort! Du fährst ja noch über das Wochenende mit deinen Eltern in den Urlaub oder? Wo soll es denn hin gehen?“ „Wir fahren an die Ostsee, ich freu mich schon riesig darauf!“ Nach einem weiteren netten Gespräch, verabschiedeten wir uns von einander. Ich entspannte mich noch einmal kurz, denn ich sollte ja nachher noch meine Geschwister von der Schule abholen, unseren Hund Emmi, musste ich auch mitnehmen. Ich lag wieder einmal auf meinem Bett und legte die Hände auf den dicken Bauch, machte die Augen zu und genoss es zu spüren, wie sich meine kleine Tochter darin bewegte. Jeden Tag liebte ich sie mehr und mehr und stellte mir vor, wie sie wohl jetzt aussehen mochte. Um halb zwei schnappte ich mir den Hund und machte mich auf den Weg zur Schule, es war klar das ich davor wieder ewig warten musste, denn sie haben sich wieder einmal gestritten und vergaßen dabei die Zeit, aber so ist das nun mal unter Geschwistern. Als sie schließlich kamen, konnte ich schon von weitem erkennen, das sie sich noch nicht beruhigt hatten, denn Nathi zog ein langes Gesicht und ging mit einem wütenden Stechschritt voraus und Nicki lief hinter ihr und grinste sich eins. „Boah der nervt mich voll! Ich habe gesagt er soll sich beeilen weil du draußen wartest und er machte mir immer nur nach und hat mit Absicht getrödelt ey!“ „Na und, die hat wieder gleich rum gezickt!“ Warf Nicki gleich Protest ein und äffte dabei meiner Schwester nach. „Ach nun hört doch auf, wir holen uns noch einen heißen Kakao und gehen nach Hause!“ Stoppte ich den Streit. Beide hielten das für eine gute Idee und so machten wir uns auf dem Weg zum Cafe „Madleen“ und holten uns einen heißen Kakao für Unterwegs. Wieder zu Hause angekommen flogen die Schulmappen in die Ecken und Beide rannten zum Kühlschrank um sich etwas zum Essen zu nehmen und setzten sich vor den Fernseher. „Ihr wisst schon das ihr noch Hausaufgaben und eure Mappen machen müsst ja?“ Sagte ich zu ihnen. „Aber heut ist doch Freitag, morgen ist keine Schule! Wir müssen erst am Sonntag alles vorbereiten!“ Protestierte Nicki sofort. „Ach ja, hab ich ganz vergessen! Aber dann räumt eure Taschen nach dem Essen wenigstens nach oben ok?“ Warf ich noch ein. Ich schnappte mir die Wäsche aus der Waschmaschine und hing sie noch auf, bevor Mama von der Arbeit kam. Als ich damit fertig war, war es kurz vor um vier und sie müsste jeden Augenblick kommen, also bereitete ich schon einmal Kaffee vor. Es dauerte nicht lange und Emmi fing wie wild an zu bellen, ein Zeichen, das Mama eingetroffen war. „Guten Tag, mach mal bitte schnell rbb an!“ Sagte sie zu mir. Auf rbb lief jeden Tag eine Tiersendung, die sie zu gern nach der Arbeit zu ihrem Kaffee schaute, denn die Tiere sind ihre Welt. An diesem Abend ging ich früh in mein Bett, denn ich war sehr erschöpft von dem Tag. Ich legte mich auf den Rücken, die Hände auf dem Bauch positioniert, fühlte noch einmal nach den Bewegungen des Zwerges und schlief kurz darauf ein. Diese Nacht hatte ich die verrücktesten Träume und ich kam einfach nicht zur Ruh, stand auf und holte mir etwas zu Trinken. Danach viel es mir wieder leichter zu schlafen und es dauerte nicht lange und es war wieder hell draußen. Heute wollten wir Oma und Opa besuchen fahren, denn Oma hat uns zum Mittagessen eingeladen, darauf freuten wir uns alle sehr, denn sie konnte echt toll kochen und so schlugen wir uns die Bäuche voll und waren hinterher wieder einmal mehr als satt. Nach einem anschließenden Kaffee verabschiedeten wir uns wieder. „Tschüß, bis Freitag, wir holen dich gegen Mittag ab!“ Sagte Mama noch zu ihr. Denn am Freitag wollten wir ja in den Urlaub fahren und Oma muss solange das Haus und die Tiere „hüten“. Am Abend versammelten sich meine Eltern, Geschwister und ich uns vorm Fernseher, denn heute kam zum ersten mal „Deutschland sucht das Supertalent“ im Fernsehen. So verbrachten wir dann den Abend, bis die Sendung zu Ende war und alle in die Betten fielen. Die darauf folgende Woche verging sehr schnell und schon war es Freitag! Mein Vater lud gerade die ganzen Reisetaschen und die anderen wichtigen Dinge ins Auto, während meine Mutter in ihr Auto stieg um meine Oma abzuholen. Kurze Zeit darauf traf sie wieder bei uns ein und wir machten uns auf den Weg an die Ostsee. Gott sei Dank, das die Straßen nicht so voll waren und wir zügig ans Ziel kamen, denn schon nach einer halben Stunde Autofahrt musste ich auf die Toilette und wollte aber erst im Hotel gehen um die Fahrt nicht zu stoppen. Als wir ankamen war es noch ziemlich hell und wir machten, nachdem wir die Sachen aufs Zimmer gebracht hatten, noch einen Spaziergang an den Strand bis es schließlich Dunkel wurde. Wir holten noch Geld von unserem Zimmer und gingen noch in die „Libelle“ etwas essen. Eigentlich aß ich nicht gern Fisch, aber das Welsfilet, das ich mir bestellt hatte, schmeckte besser als köstlich. Die Stimmung bei uns am Tisch wurde immer lustiger, denn meine Geschwister redeten so wirres Zeug, das wir bald alle angesteckt waren. Noch dazu kam, dass sich mein Baby im Bauch so stark bewegte, das es auch für andere nicht zu übersehen war, wenn mein Bauch sich plötzlich krumm und schief verformte. Es war ein richtig toller Abend und als wir gut gesättigt wieder unser Zimmer betraten, gingen wir auch schon bald zu Bett. Am nächsten Tag holte mein Vater leckere Brötchen und wir aßen zusammen Frühstück und als wir fertig waren, wollten wir rüber laufen zum „Baltic Hotel“, um in die Steintherme zu gehen. Das ganze Wochenende war so wunderschön, das es sehr schnell vorbei war, ehe wir uns versahen, saßen wir schon wieder im Auto auf der Rückfahrt. Zu Hause angekommen, herrschte erst einmal Trubel, denn Oma war so aufgeregt und wollte sofort mit uns Kaffee trinken, doch das Auto musste vorher noch ausgeräumt werden und die ganzen Sachen gleich sortiert und fein säuberlich weg geräumt werden und auch nach drei Tagen Urlaub, kommt da eine ganze Menge an Zeug zusammen. Als alles geschafft war, konnten wir aufatmen und uns an den Kaffeetisch setzen. Es dauerte nicht lang und es klingelte an der Tür, denn Opa kam, um Oma abzuholen. Unser Hund freute sich wahnsinnig, denn sie liebte ihn förmlich und so war sie die erste die ihn begrüßte. „Na, hattet ihr einen schönen Urlaub?“ Fragte er neugierig. „Oh ja den hatten wir wohl. Hätt nur nen b bisschen länger sein können!“ Antwortete meine Mutter geschwind. Er trank ebenfalls noch einen Kaffee und dann machten sich beide auf dem Weg nach Hause. Bei uns kehrte nun wieder Ruhe ein und meine Geschwister bereiteten ihre Mappen für den morgigen Schultag vor und brachten diese mit herunter ins Wohnzimmer und setzten sich schließlich mit an den gemeinsamen Abendbrottisch. Am Morgen verlief alles so wie immer! Meine Geschwister machten sich lautstark im bad fertig und stritten dabei und als sie runter gingen, zogen sie sich an und mein Vater fuhr sie zur Schule. Kurz darauf kam meine Mutter nach oben und ging ebenfalls ins Bad. „Was machst du heute?“ Fragte sie mich beim vorbei gehen. „Ich habe heute noch mal einen Termin beim Frauenarzt!“ Antwortete ich. „Kannst du bitte das Bad putzen und die Wäsche aufhängen wenn sie fertig ist?“ Bat sie mich und ging dabei nach unten, um sich ihre Schuhe und Jacke anzuziehen. „Na klar, kein Problem!“ Antwortete ich ihr. Dann war sie auch schon verschwunden. Nun hatte ich das Bad für mich und ich konnte mich in Ruhe auf meinen Arztbesuch vorbereiten. Eine halbe Stunde vor Termin, machte ich mich auf dem Weg zum Bus, zu dem ich erst noch fünfzehn Minuten laufen musste. In der Praxis angekommen, wurde ich freundlich in Empfang genommen und ins Wartezimmer gesetzt. Als ich das erste mal aufgerufen wurde, musste ich wie immer ins Labor, wo sie meinen Blutdruck maßen und mich anschließend auf die Waage stellten. „Mein Gott, sie nehmen ja echt nur wenig zu! Nur einen Kilo mehr als beim letzten Mal!“ Sagte die Schwester erstaunt. „Ja, aber das Kind wächst gut.“ Lachte ich. Nun musste ich wieder in das Wartezimmer und gerade als ich mich nieder gelassen hatte, wurde ich wieder aufgerufen, um in das Sprechzimmer zu gehen. Ich saß darin nicht lange allein, denn die nette Ärztin kam schon nach kurzer Zeit dazu und begrüßte mich freundlich. „Hallo! Wie geht es Ihnen? Gibt es irgendwelche Beschwerden oder ist alles in Ordnung?“ Fragte sie mich und schüttelte meine Hand. „Hallo, ja es ist alles bestens!“ Gab ich zurück. Wir gingen in das Behandlungszimmer damit sie mich untersuchen konnte und auch diesmal war alles in Ordnung. Wir verabschiedeten uns und ich ging wieder nach Hause, um die Hausarbeiten zu erfüllen, die meine Mutter mir aufgab. Als ich alles erledigt hatte, zog ich mir meine Reitsachen an, um zu meinen Pferden zu gehen, denn ich musste Reitunterricht geben und auch noch meine große Stute longieren, solange ich noch konnte. Mit dem Reiten hatte ich nun vorläufig aufgehört, da es schon ziemlich unangenehm war, wenn der dicke Bauch da vor einem immer hoch und runter hüpfte und dem Kind wollte ich in keinem Fall schaden. Als ich am späten Nachmittag wieder zu Hause war, roch es nach Plätzchen, die meine Schwester nach Wunsch meiner Mutter gebacken hatte. Sie saßen Beide im Wohnzimmer auf der Couch und schauten wieder die Tiersendung. Mir war kalt und ich war durchnässt von dem Regen draußen, also ging ich gleich unter die warme Dusche! Danach ging ich erfrischt und aufgetaut hinunter ins Wohnzimmer und setzte mich mit vor den Fernseher und aß ebenfalls die leckeren Plätzchen zu einer Tasse Tee. „Na, wie wars bei den Pferden?“ fragte mich meine Schwester! „Kalt und nass!“ sagte ich und verzog das Gesicht. Morgen hast du das erste Mal Geburtsvorbereitungskurs oder?“ fragte mich meine Mutter. „Ja, stimmt. Ich bin schon ganz aufgeregt!“ antwortete ich. Am Abend viel ich todmüde in mein Bett. Doch bevor ich einschlafen wollte, las ich noch in meinem Buch, wie sich mein Baby gerade in der 29. Schwangerschaftswoche entwickelt: Kind: Das Gehirn Ihres Kindes bildet sich weiter aus. Ein kompliziertes Netz entsteht, das für die Reizleitung der Nerven benötigt wird. Jeder „Strang“ des Netzes wird zur schnelleren Übertragung der Reize mit einer Schutzhülle isoliert. Die Nervenfasern entstehen. Mutter: Ein halbes Kilo mehr auf der Waage, sind allein in dieser Woche keine Seltenheit. Ihr Bauch dehnt sich mehr und mehr, Ihr Nabel fängt langsam an, sich nach außen zu wölben. Es ist so ein Wahnsinn, wie das alles so abläuft! Ich machte nun das Licht aus und legte noch einmal die Spieluhr auf meinen Bauch, damit der kleine Zwerg sie hören kann. Plötzlich tobte sie nicht mehr, sondern sie wurde ganz still, wahrscheinlich lauschte sie der Musik. Als die Uhr aufhörte zu spielen, strampelte sie weiter. Ich legte zum einschlafen wieder einmal meine Hände auf den Bauch und genoss die Bewegungen in Ihm. „Gute Nacht meine kleine Prinzessin. Mama liebt dich und ist immer bei Dir!“ sagte ich noch und schlief ein. Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg ins Haus Kugelrund, wo wir „dickbäuchigen“ Frauen uns um halb elf mit Susanne treffen wollten. Susanne begrüßte uns alle sehr freundlich und bat uns in den Kursraum. Als erstes machten wir eine Vorstellungsrunde zu einer Tasse Tee, den Susanne extra für uns gekocht hatte. Als ich an der Reihe war, merkte ich förmlich wie mir das Blut in den Kopf schoss, denn vor anderen Leuten zu reden, war nicht gerade meine Stärke! „Hallo, ich heiße Angi, bin 21 Jahre alt und bekomme voraussichtlich am 13.2.2010 ein Mädchen, das Jette Lia heißen soll.“ Als ich mit meinem Satz fertig war, kamen große Erleichterungsgefühle in meinem Körper auf. Als nächstes wurde uns der Mutterpass erklärt und da Susanne mich kannte, setzte sie sich zu mir und nahm meinen Mutterpass als “Vorzeigeobjekt“ in ihre Hand und fing an zu erklären. Ich muss sagen, dass die Frauen im Kurs sehr unterschiedlich waren. Da gab es eine kleine Ecke mit den Quasselstrippen die ebenso immer für Spaß sorgten, bis hin zu solchen wie ich, die kaum einen Ton sagten. Als es an die verschiedensten Atemtechniken ging, dachte ich mir noch: „Ach, da machst du einfach ganz locker mit, du bist nicht die einzige die das machen muss, das ist den anderen sicher auch peinlich!“. Tja, Pustekuchen! Als Susanne die eine Technik vor gemacht hatte, wollte ich gerade tief Luft holen um los zu legen, wartete dennoch um zu horchen ob die Anderen auch mit machten. Doch ich hörte nur Susanne, alle anderen dachten wahrscheinlich genau das Gleiche wie ich. Und so dauerte es eine Weile, bis nach Susannes motivierenden Aufmunterungsversuchen, bis alle mit gemacht hatten. Der Kurs war dann auch beendet und alle verabschiedeten sich bis zum nächsten Mal. 

Kapitel 4
Als ich zu Hause angekommen war, hörte ich im Radio, das immer mehr Leute an der Schweinegrippe erkrankten und sie somit die Leute wild machten. Wäre ich nicht schwanger gewesen, hätte ich mich überhaupt nicht beeinflussen lassen, aber so war mir doch etwas mulmig und ich redete mit meiner Frauenärztin darüber und sie riet mir, mich von Öffentlichen Verkehrsmitteln fern zu halten und da ich ja nur so zur Berufsschule kam, schrieb sie mir eine Schulbefreiung. Das alles wäre gar nicht nötig gewesen. Als wir zu unseren Bekannten zum Abendbrot eingeladen wurden, ging es meiner Schwester sehr schlecht und sie blieb zu Hause. Als sie wieder gesund war, erwischte es meinen Bruder und danach war ich dran. Wir gingen alle von einer normalen Erkältung aus da sie so einfach und schnell wieder weg ging. Bei mir ging an dem Morgen los, als der letzte Kurstag war. Ich wachte schon mit Kopf- und Gliederschmerzen auf und wäre am liebsten liegen geblieben, aber es nützte ja nichts. Also stand ich auf und machte mich fertig. Als ich versuchte etwas zu essen, gab ich schnell wieder auf, denn die Schmerzen im Hals waren unerträglich und es dauerte nicht lang, da kam schon der Husten. Im Haus Kugelrund angekommen, setzte ich mich erst einmal. Heute, am letzten Kurstag, gab es Kaffee, Tee und Kuchen und wir konnten uns gegenseitig die Bäuche anmalen, während wir eine nette Gesprächsrunde betrieben. Mir ging es von mal zu mal schlechter und bekam auch Schüttelfrost, worauf ich Susanne zum Schluss auch ansprach. Sie sagte mir was ich für Hausmittelchen verwenden kann um die Beschwerden etwas zu lindern. Am Abend bekam ich Fieber und durch den Husten hatte ich dann Vorwehen. Ich saß in meinem Zimmer und fing an zu weinen, weil ich solch eine Angst um mein Baby hatte. Ich war doch erst in der 31. Schwangerschaftswoche. Ich hielt es nicht mehr aus und ich ging runter zu meiner Mutter ins Wohnzimmer und sagte ihr, dass ich ins Krankenhaus möchte. Sie sah mich an und stimmte sofort zu, weil ich echt schlecht aussah. Im Krankenhaus angekommen, gingen wir in die zweite Etage wo sich die Entbindungsstation befand und klingelten im Kreißsaal. Eine Hebamme öffnete uns die Tür und hörte sich erst einmal an was los war und legte mich gleichzeitig an das CTG um die Wehentätigkeit und die Herztöne zu überwachen. Das kleine Herz schlug sehr, sehr schnell, was mir Angst machte und meine Wehen kamen immer regelmäßiger. Ich sollte Wasser ohne Ende trinken, damit mein Körper Flüssigkeit bekommt und das kleine Herz wieder normal schlug. Nach einer halben Stunde kam eine Ärztin die einen Ultraschall machen wollte und nahm meine Mutter und mich mit in den anderen Raum. Per Ultraschall war alles super, was mich sehr beruhigte und der Muttermund war ebenso fest verschlossen. Danach sollten wir eine halbe Stunde laufen gehen um zu schauen, ob die Wehen mehr werden oder es bei Vorwehen bleibt. Dann ging es wieder an das CTG für eine halbe Stunde und durch das viele trinken schlug das kleine Herz wieder normal und es blieb bei Vorwehen. Ich bekam noch Tabletten gegen das Fieber und den Husten und durften dann wieder nach Hause. Meine Mutter war die ganze Zeit tapfer an meiner Seite und unterstützte mich so gut sie konnte und ich war ihr sehr dankbar. Als wir zu Hause waren war es schon um ein Uhr und wir machten, dass wir ins Bett kamen.
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